29/05/26

Crew eines Kreuzfahrtschiffs rettet verletztem Segler das Leben

Ein Einhandsegler, allein in Weite des Nordpazifiks: Mastbruch. Schulterverletzung. Zu weit draußen für die Küstenwache. Was wie das Ende seiner Reise aussah, wurde zur spektakulären Rettung auf See. Weil ein Kreuzfahrtschiff zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und sein Kapitän solidarisch handelte.
Kreuzfahrtschiff Silver Whisper

420 Seemeilen vor der Küste Oregons. Ein Boot ohne Mast. Ein Notruf erreicht so weit draußen keinen Hubschrauber der US Coast Guard mehr, dafür ist die Distanz zur Küste zu groß. Der Segler auf der April Alice, einem kanadischen Einhand-Segelboot, ist allein, er ist an der Schulter schwer verletzt und sein Boot nur noch ein Wrack.

Doch Rettung kommt

Das Kreuzfahrtschiff Silver Whisper der Luxusreederei Silversea befand sich auf der Rückreise von Tahiti und Hawaii nach Vancouver. Ein kleines, exklusives Schiff für 388 Passagiere, 302 Besatzungsmitglieder, 190 Meter lang, 2001 in Genua gebaut. Als der Notruf der April Alice auf der Brücke eintraf, war sie das nächste Schiff, das helfen konnte.

Der Kapitän änderte sofort den Kurs.

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Sieben Stunden dauerte die Fahrt in rauer See bis zum havarierten Segelboot. Vor Ort angekommen, beginnt der komplizierte Teil der Rettung. Der Kapitän brachte die Silver Whisper vorsichtig an das kleine Segelboot heran. Die Crew warf eine Leine zur April Alice hinüber. Doch die Leine riss.

Kreuzfahrtschiff rettet Segler

Der Kapitän wiederholte das Manöver. Beim zweiten Versuch hielt die Verbindung. Der verletzte Segler kam an Bord und wurde medizinisch versorgt. Eine Stunde nach Beginn der Rettung war die Silver Whisper wieder auf Kurs nach Vancouver. Das zerstörte Segelboot blieb zurück. Am Donnerstag lief das Kreuzfahrtschiff pünktlich in seinem Heimathafen ein.

Ein Passagier berichtete später der Tageszeitung Vancouver Sun, der Kapitän habe die Gäste während der Seenotrettung in ihre Kabinen gebeten. Wegen des Wetters, der rauen See und der Notwendigkeit, die Stabilisatoren des Schiffes zu sichern. Die meisten Passagiere folgten der Anweisung.

Solidarität auf See

„Sie haben den besten Teil der Reise verpasst", sagte Hall. „Wir alle — außer denen, die in die Kabinen gegangen waren — hatten eine Vogelperspektive auf die Rettung."

Der Segler hatte das Glück, dass die Silver Whisper zur richtigen Zeit auf der richtigen Route war. Dass ihr Kapitän sofort abdrehte. Dass die Crew beim zweiten Versuch die Leine hielt. So funktioniert Solidarität auf See.

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